Jusos Osnabrück begrüßen Ausbildungsplatzbonus
Mittwoch, den 05. März 2008 um 01:00 Uhr

Der vom Bundesarbeitsminister Olaf Scholz vorgeschlagene und von der Bundesregierung aufgegriffene Vorschlag eines Ausbildungsbonus, ist in den Augen der Jusos Osnabrück ein Schritt in die richtige Richtung im Kampf für mehr Ausbildungsplätze.

 

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass die Politik auf eine seit Jahren von den Jusos gestellte Forderung eingegangen ist und sich der Ausbildungsproblematik angenommen hat. Trotz eines neuen Höchststandes seit 1999 an abgeschlossenen Ausbildungsplätzen (ca. 600.000) im letzten Jahr, ist die Situation für viele junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen dramatisch. Immer noch sind 50.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und werden in den bekannten Warteschleifen (Qualifizierungsjahre, Praktika) geparkt. Besonders für die Gruppe derer, die schon viele Jahre auf einen Ausbildungsplatz warten, ist diese Situation frustrierend. Diese sogenannten Altbewerber machten in Deutschland im letzten Jahr das erste Mal mehr als die Hälfte der Bewerbungen aus (52%).
Hier setzt der beschlossene Ausbildungsbonus an. Er belohnt Unternehmen, die zusätzliche (also: neue) Ausbildungsplätze schaffen und Jugendliche einstellen, die schon mehrere Jahre keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Hierbei sollen vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss, mit Hauptschul- und schwachen Realschulabschlüssen beachtet werden. Pro Auszubildenden, der zusätzlich eingestellt wird, gibt es eine Prämie von 4000 €, 5000 € oder 6000 €. Finanziert wird der Ausbildungsbonus, der in einem erwarteten Rahmen von 700 Millionen Euro liegen soll, aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit.
Befürchtete Mitnahmeeffekte sollen durch den Nachweis über die Neuartigkeit des Ausbildungsplatzes durch die Kammern und die strengen Förderkriterien begrenzt werden.
„Wir Jusos begrüßen diese Maßnahme ausdrücklich, da hiermit endlich etwas für die Altbewerber und gegen deren Durchreichung von der Schule in die Hartz-IV-Kariere getan wird“, so Florian Unverfehrt, Mitglied des Sprecherteams.
Die Jusos sehen sich allerdings auch darin bestätigt, dass der von der Regierung gefeierte Ausbildungspakt gescheitert ist. Nachweislich, ist es mit dieser freiwilligen Verpflichtung der Wirtschaft nicht gelungen, genug Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen zur Verfügung zu stellen. Aber genau dies bleibt weiter Ziel der Jusos. Denn der Ausbildungsbonus stellt zunächst nur eine Schönheitskorrektur dar. Als nächster Schritt müssten nun auch die Ursachen eines angewachsenen Altbewerberberges bekämpft werden, so das Juso-Sprecherteam einhellig. Als solche sind zu einen der schlechte Stand des Hauptschulabschlusses und zum anderen das teilweise Desinteresse der Wirtschaft zu nennen.
Die Jungsozialisten in Osnabrück fordern daher weiter die solidarische Ausbildungsplatzfinanzierung, nicht im Sinne eines Zuckerbrotes für Unternehmen, die Jugendliche ausbilden, sondern im Sinne einer Peitsche, die diejenigen bestraft, die sich aus dem dualen System zurückziehen. Denn mit der Flucht aus der Ausbildungsverantwortung wird die innere Logik dieses Systems sabotiert. Denn dessen Ziel ist es doch gerade, Stärken der Wirtschaft und des Staats zu bündeln und in einem weltweit fast einzigartigen System eine hohe Ausbildungsqualität sicherzustellen.
g im Kampf für mehr Ausbildungsplätze.

 
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