Jusos Osnabrück fordern bessere Ausbildungsbedingungen
Dienstag, den 23. September 2008 um 15:36 Uhr

Auf ihrer letzten Sitzung haben sich die Jusos in Osnabrück mit dem Thema Ausbildung beschäftigt. Auf Grundlage des jährlich erscheinenden DGB-Ausbildungsreports haben sie sich ein umfassendes Bild der Situation von Jugendlichen in einer Ausbildung machen können.

 

Dabei zeigt sich, dass die Qualität der Ausbildung hohen Schwankungen unterliegt. Das duale System, in dem in Deutschland ausgebildet wird, ist auch heute noch größtenteils leistungsfähig. Doch in einigen Branchen, wie dem Hotel- oder Gastgewerbe oder im Dienstleistungsbereich, gibt es seit Jahren gravierende Qualitätsprobleme. Diese zeigen sich in massiven Überstunden oder mangelhafter fachliche Anleitung.

Aus der Sicht der Jusos gibt es einen eindeutigen Grund für die zum Teil schlechte Ausbildungsqualität. Die Aussetzung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) im Jahr 2003 hat dazu geführt, dass jeder und jede ausbilden darf. Vor diesem Hintergrund ist es daher nicht verwunderlich, dass die Ausbildung in vielen Branchen unter gravierenden Qualitätsmängeln zu leiden hat. Die Jusos fordern daher, dass die AEVO schnellstmöglich wieder in Kraft gesetzt wird. Die Ausbildungsanforderungen sind in vielen Berufen inzwischen so hoch, dass eine hohe Qualifikation der Ausbilderinnen und Ausbilder gewährleistet sein muss.

„Fest steht für uns, dass eine gute Ausbildung eng mit einer guten Interessenvertretung der Auszubildenden verknüpft ist. Es kann und darf nicht sein, dass Auszubildende vor allem im Dienstleistungssektor als billige Arbeitskräfte missbraucht werden“, so Juso Mathias Wortmann, Beisitzer Jusos Osnabrück.

Auf Unverständnis stößt bei den Jusos deshalb auch die Forderung von CDU/FDP und aus der Wirtschaft, das Jugendarbeitsschutzgesetz, welches die Ausbildungsbedingungen von Jugendlichen unter 18 Jahren regelt, deutlich aufzuweichen. Auch heute ist es schon möglich, dass z.B. in Bäckereien Jugendlich unter 18Jahren von 5 Uhr an und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten können. „Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist in unseren Augen kein Instrument, welches Ausbildung verhindert, so wie es von CDU/FDP und Teilen der Wirtschaft dargestellt wird. Es darf deswegen nicht aufgeweicht werden, sondern muss im Gegenteil den Schutz vor Ausbeutung in der Ausbildung verbessern“, fordert Juso Tiemo Wölken, stellvertretender Landesvorsitzender.

 
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