Im Jubel über die signifikante Verbesserung deutscher Schüler im Rahmen der PISA-Studie 2009 ging wieder einmal unter, wie viel Handlungsbedarf das deutsche Bildungssystem noch zu verzeichnen hat. Dabei weisen die Ergebnisse der Studie bildungspolitisch in eine konkrete Richtung. 
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Unser Land mag wohl nicht mehr „Weltmeister der Ungerechtigkeiten“ sein, wie noch 2000, dennoch ist die Kopplung von sozialem Hintergrund und Bildungserfolg immer noch beunruhigend eng. Ganz anders sieht es diesbezüglich in den führenden PISA-Staaten aus. Gerade Finnland zeigt erneut wie es „richtig“ geht: Die gemeinsame Beschulung bis zur 9.Klasse und damit das „gemeinsame Lernen“ hat Finnland wieder zum PISA-Sieg verholfen. Es wird aber auch deutlich, dass Frühförderung und unerschütterliches Engagement für den Erfolg jedes einzelnen Schülers nötig sind, um Bestleistungen zu erzielen. Die aktuelle PISA-Studie beweist eindrucksvoll, dass eine Steigerung des Bildungsgesamtniveaus möglich ist, ohne dass in der Leistungsspitze Einbußen zu verzeichnen sind. Im Gegensatz zu den Gewinner-Ländern Finnland und Japan erreichen die deutschen SchülerInnen im internationalen Vergleich keine herausragenden Leistungsspitzen. Unsere in den Himmel gelobten Gymnasiasten bleiben hinter den Leistungen der guten finnischen und japanischen Schüler deutlich zurück.
Wir Jusos sehen unsere Zweifel an der leistungssteigernden Wirkung der Selektion im deutschen Schulsystem abermals bestätigt. Diejenigen Eltern, die heute erbittert gegen die Gesamtschule kämpfen, aus Angst ihre Sprösslinge würden von den schwächeren Schülern „runtergezogen“, müssen sich nach den aktuellen Ergebnissen nach Einschätzung der Jusos noch einmal genau überlegen, ob nicht gerade sie mit dieser Haltung ihren Kindern die Zukunft verbauen.
Als Folge dieser falschverstandenen Besitzstandswahrung müssen sich diese Teile unserer Gesellschaft fragen, ob sie sich der Erkenntnis, dass längeres gemeinsames Lernen in Kombination mit gezielter Förderung benachteiligter Schüler zu einer Leistungssteigerung führt, weiter verschließen wollen. Dabei sollten sich gerade die Eltern der GymnasiastInnen fragen, ob sie nicht durch ihre Angst vor Veränderungen dazu beitragen, dass ihre Kinder international den Anschluss verlieren.
Wir Jusos fordern daher, endlich gemeinsam das vorhandene Potential zu nutzen und aktiv an echter Chancengleichheit zu arbeiten. Über den messbaren PISA-Erfolg hinaus würde dies auch unserem gesellschaftlichen Klima gut tun. Wie müssen die Dreigliedrigkeit endlich überwinden.
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